Viele Wörter. Aber was macht die App?
Lies das einmal laut: „Unsere innovative Lösung ermöglicht die umfassende Optimierung von Geschäftsprozessen.“ Klingt nach einer Produktbeschreibung. Versuch nur mal, daraus auch nur einen Bildschirm zu zeichnen. „Schreib menschlicher“ liefert dem Modell die fehlenden Informationen nicht. Es kann Adjektive austauschen oder einen Witz ergänzen. Was wir verkaufen, bleibt trotzdem unklar.
Nehmen wir deshalb ein konkretes Beispiel: Eine App sammelt Bestellungen aus drei Kanälen und zeigt sie in einer Liste. Jetzt gibt es etwas zu redigieren. Eine Tätigkeit, Bestellungen, ein Ergebnis. Wir müssen keine eingesparten Stunden hinzufügen, die niemand ausgerechnet hat.
Geben wir dem Modell mehr als „Verbessere den Stil“
Markiere Zahlen, Namen, Termine, Zitate und Angebotsbedingungen, die unverändert bleiben müssen. Ergänze, an wen sich der Text richtet und wo er gelesen wird. Eine Websitebeschreibung und die Bedienungsanleitung derselben App brauchen unterschiedliche Einzelheiten.
Hast du zwei eigene Absätze, deren Klang dir gefällt? Leg sie bei und sag, was daran passt: der direkte Ton, die ruhige Erklärung, das Beispiel. Das Modell kennt „unseren Stil“ erst, wenn wir ihn zeigen. Ohne Textprobe geht es auch. Beschreibe deine Erwartungen dann möglichst klar.
Bei langem Material lass zuerst einen Absatz überarbeiten. Lieber merkst du dort, dass der Ton nicht passt, als mehrere Seiten erneut bearbeiten zu müssen. Der folgende Prompt lässt Raum für die Redaktion und setzt gleichzeitig Grenzen.
Statt „effizient verwalten“ zeigen wir die Liste
Nehmen wir den Satz: „Mit unserer Plattform kannst du Bestellungen aus mehreren Vertriebskanälen effizient an einem Ort verwalten.“ Bestätigt die Quelle drei konkrete Kanäle, können wir schreiben: „Bestellungen aus Shop, Marktplatz und Formular landen in einer Liste.“ Jetzt sieht man, was passiert.
Und wenn wir nicht wissen, welche Integrationen funktionieren? Dann bleiben wir bei: „Die Plattform sammelt Bestellungen aus verschiedenen Kanälen in einer Liste.“ Darunter kommt eine Frage an den Autor zu diesen Kanälen. Eine fehlende Information braucht weiterhin eine Antwort, auch wenn sich der genauere Satz schöner lesen würde.
Überlass dem Modell nicht das letzte Wort
Achte beim Vergleich auf kleine Bedeutungsverschiebungen. „Kann helfen“ heißt nicht „garantiert“. Aus einer „Testversion“ wird durch einen geglätteten Absatz kein „fertiges Produkt“. Solche Änderungen muss jemand freigeben, der sich mit dem Thema auskennt.
Lies danach alles laut. Verlierst du den Satzanfang aus dem Blick? Teile den Satz. Taucht ein Wort auf, das du nie verwenden würdest? Nimm dein eigenes. Du musst nicht jedes Mal den ganzen Artikel durch das Modell schicken. Ein etwas kantiger Satz trifft deine Stimme vielleicht besser als die fünfte, vollkommen glatte Fassung.
Quellen und weiterführende Links
Die Quellen zu diesem Artikel. Anleitungen und Beispielszenarien sind Vorschläge unserer Redaktion.